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Verzierter Krug aus der Bronzezeit


In der Abteilung für Ur- und Frühgeschichte ist im Neuen Stadtmuseum ein etwa 30 cm hoher, verzierter Krug aus der frühen Bronzezeit (17. Jahrhundert v. Chr.) vom Landsberger Schlossberg zu sehen. Der Krug wurde noch ohne Töpferscheibe mit Hand geformt, denn diese war im Alten Orient zwar schon um die Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. bekannt, als auch dort das Wagenrad erfunden wurde, ist aber in Mitteleuropa erst ab 450 v. Chr. belegt. Die Gefäße wurden damals noch aus freier Hand aufgebaut, indem man einzelne Tonringe übereinandersetzte.

Dieses sogenannte Tonwulstverfahren erfolgte mit wenig aufbereitetem Lehm und benötigte einschließlich des Glättens und Verzierens der Wandung viel Zeit. Das „Garnieren“ der Gefäße, das bedeutet das Ansetzen von gesonderten Tonteilen, vor allem Henkel und Knäufe, erfolgte in einem weiteren Arbeitsgang. Die Keramik ist meist nur mittelhart gebrannt, da man mit den verwendeten Brennöfen noch nicht die für einen harten Brand notwendigen hohen Temperaturen erzielen konnte.



Der Landsberger Krug steht auf einem kleinen Flachboden. Die konvexe Wandung steigt direkt auf und erweitert sich bis zu einem kantigen Umbruch des Gefäßes, um sich ab dort zur Mündung hin zu verjüngen, dann wölbt sie sich gleichförmig konkav aus. Der Henkel wurde am Rand der Mündung und an der Schulter übergangslos appliziert. Der Krug weist ab dem Umbruch zum Hals hin eine einfache Verzierung auf. Am Umbruch selbst wurde mittels eines Stäbchens eine durchbrochene Linie eingeritzt, parallel darüber verlaufen zwei durchgezogene Linien. Es folgt ein Zickzagmuster, das aus schräg parallel schraffierten bzw. ungefüllten Dreiecken registerartig zwischen zwei durchgezogenen Linien gebildet wird. Diese gesamte Verzierung wiederholt sich ein weiteres Mal. Sie wird durch eine punktierte Linie aus eingedrückten Dreiecken abgeschlossen.

Bei Bauarbeiten stieß man 1968 auf größere Keramikmengen aus der ausgehenden Frühbronzezeit (17. Jh. v. Chr.). Auf dem von Natur aus auf fast allen Seiten durch Steilabhänge geschützten Schlossberg könnte sich ein bronzezeitlicher Herrensitz befunden haben. Im Gebiet des Landkreises bestanden an vier Stellen kleine bronzezeitliche Siedlungen: auf dem Landsberger Schlossberg, bei Kaufering an drei Plätzen, von denen zwei, die „Große und Kleine Westerholz-Schanze“ womöglich einst zusammengehört haben. Sie dürften alle befestigt gewesen sein. Überreste der Verteidigungsanlagen verschwanden durch Erosion und mittelalterlicher Überbauung.

Der Freundeskreis der städtischen Museen stellt in einer Artikelfolge im Landsberger Tageblatt das Neue Stadtmuseum und dessen Exponate vor. Den Landsbergern sowie den Interessierten aus der Region sollen damit das Museum und dessen stets wachsenden Sammlungen vorgestellt werden. An dieser Stelle wird auf die Schriftenreihe „Kunstgeschichtliches aus Landsberg am Lech“ und auf die „Landsberger Geschichtsblätter“ des Historischen Vereins hingewiesen, in denen einzelne Sammlungen und Ausstellungsstücke wissenschaftlich aufbereitet werden.
Dr. Hans-Jürgen Tzschaschel


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